Mittwoch, 1. Februar 2012

Kunming und Shilin

Als wir in Chengdu in den Zug einstiegen, waren wir trotz allem überrascht, wie voll es wirklich war. Nachdem wir zunächst probleme hatten im Doppelstockwagen unsere Sitze zu finden, stellten wir fest dass sie bereits belegt waren. Mit einigen Mühen regelten wir das Problem und saßen schließlich mit mehr (Morgan und Jason) oder weniger (ich) Beinfreiheit auf unseren Plätzen als der Zug abfuhr. Wir begannen mit unseren Sitznachbarn für eine gefühlte Ewigkeit Karten zu spielen, als wir aber alle keine Lust mehr hatten sahen wir dass erst zwei Stunden vergangen waren. Danach begannen wir damit, nichts zu machen. Das war noch viel langweiliger als Karten zu spielen, aber es gab einfach nichts zu tun. Abwechselnd versuchten wir auf unseren Sitzen zu schlafen, aber mit gelang das nicht. An einer Station stiegen auf einmal sehr viele Leute aus und wir konnten uns auf dem Fussboden ein Bett aus unseren Rucksäcken bauen. Das war zwar etwas gemütlicher als der Sitz, schlafen konnte ich aber trotzdem nicht. Jason hatte kein Pronlem damit zu schlafen, Morgan und ich verbrachten die Zeit aber eigentlich einfach nur mit geschlossenen Augen. Ab ca. sechs Uhr morgens gab ich es auf, schlafen zu wollen und hoffte auf den Sonnenaufgang um zumindest die Landschaft angucken zu können. Aber selbst darauf musste ich nochmal zwei Stunden warten. Danach versuchte ich aus dem vollkommen verdreckten Fenster Fotos zu machen und genoss die Aussicht.




Mittags leistete ich mir eine Mahlzeit, die einer der ständig durch den Zug laufenden Bahnagestellten anbot. Die war zwar besser als nichts, aber trotzdem keine Offenbarung.
Als wir endlich in Kunming ankamen, wurden wir für die Mühen der Zugfahrt aber entloihnt. Kunming wird nicht umsonst "Stadt des ewigen Frühlings" genannt. Mit blauem Himmel, Temperaturen um zwanzig Grad und sauberer Luft war es nach dem kalten Chengdu geradezu paradiesisch. Und dieser Zustand ändert sich über das ganze Jahr kaum. Ein weiterer Bonuspunkt von Kunming: Niemand ist in Eile. Auf den Straßen herrscht kein ewiges Hupkonzert, sondern gelassene Ruhe. Wir nahmen uns am Bahnhof ein Taxi und zeigtem dem Fahrer die Adresse des Hostels das wir ausgesucht hatten. Nach 500 Metern schmiss uns der Fahrer aber aus dem taxi, weil er die Adresse nicht kannte. Wir fragten uns warum ihm das nicht schon am Bahnhof eingefallen war und machten uns per pedes in Richtung des Hostels auf den Weg. Nach guten 20 Minuten fanden wir zum Glück ein neues Taxi, dass uns auch zum Hostel brachte. Es war allerdings ausgebucht, zum Glück hatte aber vor kurzem ein neues Hostel aufgemacht, dass noch Plätze hatte. Es lag direkt neben dem Green Lake Park. Der Park ist eine der wenigen Attraktionen in Kunming, denn so lebenswert die Stadt auch ist, viel zu sehen gibt es nicht. Nachdem wir geduscht hatten, machten wir uns auf in den Park. Hier überwintern jede Menge Möwen und es ist quasi ein beliebter lokaler Sport diese zu füttern.


Wir guckten uns noch den Sonnenuntergang im Park an und machten uns dann auf die Suche nach etwas zu essen.


Am nächsten Tag trafen wir uns mit unserer Freundin Mia, die auch an der NUAA studiert. Sie kommt aus Kunming und wir gingen mit ihr Mittagessen um die lokalen Spezialitäten kennenzulernen. Yunnan ist besonders berühmt für Reisnudeln, die es in allen erdenklichen Varianten gibt. In ihrem Lieblingsrestaurant bestellte Mia jede Menge kleine Sachen, damit wir auch alles probieren konnten was es gibt. obowhl es nur als kleine Snack gedacht war, waren wir danach alle pappsatt.


Am Nachmittag kauften wir Zugtickets für unseren nächsten Trip und fuhren danach in die Innenstadt. Wir guckten uns die verschiedenen Tore an, aßen Reisnudeln und gingen in eine Spielhalle. Hier verloren wir in allen verrückten Spielen die es dort gab. Mit dabei war auch ein Amerikaner aus unserem Hostel.


Am nächsten Tag fuhren wir mit Peter, auch ein freund von der NUAA, nach Shilin. Shilin heisst übersetzt Steinwald. Es ist eine Karstlandschaft mit bis zu 30 Meter hohen Formationen. Wir hatten einen wunderschönen Tag erwischt, an dem auch nicht allzu viele Bescuher da waren. Die meisten Chinesen blieben sowieso im zentralen Bereich, obwohl es darum herum auch Wege in die Landschaft gab, die zum Teil viel schöner und komplett menschenleer waren. Viel mehr gibt es über Shilin eigentlich nicht zu sagen, deswegen zeige ich einfach nur die Bilder.















In Kunming gingen wir dann noch mit Peter essen, danach holten wir unsere Sachen aus dem Hostel und fuhren zum Bahnhof. Dieses mal ging es nach Lijiang, im Norden von Yunnan. Dazu erzähle ich aber beim nächsten mal mehr.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen