In Kunming holte uns Peters Vater vom Bahnhof ab. Peter kommt aus Hekou, einer Grenzstadt zum Vietnam. Yuanyang liegt dabei praktisch auf dem Weg und da Peter auch noch nie bei den Terrassen war, machten sie dort einen Stop. Wir wollten ein Nacht in Yuanyang bleiben und dann über Kunming nach Xishuangbanna fahren. Xishuangbanna ist eine Region im Grenzgebiet zu Laos, das berühmt für seine Naturparks ist.
Nach einigen Stunden Fahrt kamen wir in Yuanyang an, eine Stadt am Fuß vom Berg an dem die Terrassen liegen. Hier begann der spannende Teil, denn wir versuchten auf den Berg heraufzufahren. Dabei bekamen ein Lehrstück chinesischer Fahrkultur zu sehen. Auf der zweispurigen Straße hatte sich ein Stau gebildet. Nachdem eine halbe Stunde gar nichts passiert war, machte sich Peter auf den Weg um die Ursache zu erkunden. In einer dunklen Vorahnung äußerte Jason, dass der Stau bestimmt einen "chinesischen" Grund hat. Und tatsächlich, anscheinend standen sich einfach zwei Autos gegenüber und keiner war bereit, auch nur einen Zentimeter bereits zurückgelegte Strecke aufzugeben. Dazu kam, dass regelmäßig Fahrer am Ende vom Stau meinten, ihn auf der anderen Spur umfahren zu können. Natürlich nur bis sie auf der Gegenspur Autos begegneten die auf dem Weg nach unten waren und sich sofort ein neuer Stau bildete. Trotz allem war es aber ein schöner sonniger Tag und Jason beschloss frohen Mutes, die Sache in die Hand zu nehmen. Auf dem Weg zur Ursache des Übels kauften wir uns ein Bier und begannen dann, den Verkehr zu regeln. Einigen Fahrern passte das absolut nicht, da wir sie anhielten während andere fahren durften und dass natürlich äußerst unfair war. Ein großer Laster der auf der Gegenspur von unten heraufgefahren kam hätte unsere Arbeit fast wieder zunichte gemacht, aber nach zwanzig Minuten hatten wir den Stau tatsächlich aufgelöst. Gerade noch rechtzeitig kamen wir dann am Aussichtspunkt an, um den Sonnenuntergang über den Terrassen zu sehen. Diese sind im Winter geflutet und das Licht wird auf ihnen reflektiert. Leider lag unser Aussichtspunkt im Gegenlicht, so dass mir nicht sehr viele gute Bilder gelungen sind.
Nach dem Sonnenuntergang meint Peter dann schließlich, dass anstatt in Yuanyang zu bleiben auch mit nach Hekou fahren und bei ihm übernachtenkönnten. Das Angebot nahmen wir dankbar an. In Hekou aßen wir noch ein spätes Abendessen und gingen dann schlafen. Am nächsten Tag gaben wir dann den Plan auf nach Xishuangbanna zu fahren, da das ganze mit einer ewigen Busfahrerei verbunden gewesen wäre. Stattdessen liebäugelten wir nun mit Vietnam, dass gerade mal am anderen Ufer des Flusses lag. Eine Brücke für Handel und Personenverkehr macht den Grenzübergang ziemlich leicht.
In der Zeit in wir überlegten und planten, trafen wir uns mit Peters Freunden und ruhten uns einfach nur aus. Hekuo ist eine kleine Stadt und sonst gibt es dort nicht viel zu tun. Abends gibt es aber schöne Sonnenuntergänge über den Bergen von Vietnam zu sehen.
Hier tappten wir auch in die Falle der chinesischen Gastfreundschaft, denn sowohl Peter als auch alle seine Freunde luden uns ständig zum Essen ein, ohne uns eine Chance zu geben uns zu revanchieren. Wenn wir zur Bedienung davonschlichen um den anderen beim Bezhalen zuvorzukommen, mussten wir immer feststellen dass die Rechnung schon beglichen war.
Letztendlich entschlossen wir uns zu einem Trip nach Vietnam, da Hanoi und die berühmte Ha Long Bucht nur eine Nachtzugfahrt entfernt lagen. Peter wollte gerne mit, da er aber keinen Reisepass hat konnte er in keinen Hotels übernachten und nicht offiziell aus China ausreisen. Schließlich entschloss er sich den inoffiziellen Weg in Form eines kleinen Bootes über den Fluss zu nehmen, um zumindest mit uns in nahegelegene Sa Pa kommen zu können. Über Vietnam schreibe ich aber im nächsten Update mehr!
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