Mittwoch, 4. April 2012

China Light: Hong Kong Teil 1

Beginnen möchte ich mit dem Wochenende am 23. März. Da kam mich nämlich der Chris aus Shanghai besuchen und hat sich schon beschwert, dass ich noch nichts darüber geschrieben habe. Also: der Chris hatte das erste Wochenende mit schönem Wetter in Nanjing erwischt, also verbrachten wir den ersten Tag in den Zijian Mountains. Wir waren zu unfähig, den Wanderweg auf den Berg herauf zu finden, also machten wir ein Foto von den Schriftzeichen für Seilbahn und ließen uns von einem Taxi dorthin kutschieren. Die Fahrt dauerte ewig lange, von oben hatten wir aber eine schöne Sicht auf die leider im Dunst liegende Stadt. Den Weg herunter haben wir dann gefunden, aber an der Talstation bekamen wir kein Taxi. Wir setzten uns also in den nächsten Bus ohne wirklich zu wissen wo der hinfährt. An einer Station die uns bekannt vorkam stiegen wir aus und nahmen dann ein Taxi zu meinem Campus. Nach dem einen oder anderen Bier und dem Abendessen fuhr Chris in sein Hostel. Am nächsten Tag besuchten wir die Nanjing Massacre Memorial Hall und dann war das Wochenende auch schon wieder rum.




Am Dienstag darauf ging dann mein Kurzurlaub nach Hong Kong und Guangzhou los. Der eigentliche Hintergrund dazu: Meine Mutter flog als Betreurin für den Schüleraustausch nach Guangzhou mit, an dem ich selbst vor 10 Jahren teilgenommen habe. Das war natürlich eine gute Gelegenheit sich in China zu treffen. Und da ich Hong Kong nicht verpassen wollte wenn ich schon im Süden unterwegs war, begann ich also damit. Der zurückhaltenden Informationspolitik meiner Universität zum Dank wusste ich nicht, dass vom 2.-4. April Ferien sind und alle dort stattfindenden Vorlesungen auf das Wochenende davor verlegt wurden. Anstatt also wie geplant nur zwei Vorlesungen zu verpassen, wurden es am Ende sechs.
Aber zunächst flog ich am Dienstag um acht Uhr früh nach Hong Kong. Das Wetter versprach gut zu werden, es gab keinen Smog und Nebel und auch keine Wolken am blauen Himmel. Am Flughafen in Nanjing hatte ich einen deutschen Schweißer kennengelernt, der Chinesen das Kunststoffschweißen für Bauteile von Wärmeübertragern beibringen sollte. Aus zunächst wenigen Wochen waren schon Monate geworden und noch immer war kein Ende in Sicht. In hong Kong trennten sich unsere Wege und ich stieg in den Bus nach Hong Kong Island. Schon beim Ticketkauf tat sich der offensichtlichste Grund auf, warum Hong Kong als „China Light“ zu bezeichnen ist: Jeder Hong Kong Chinese ist des Englischen mächtig, insofern gibt es absolut keine Probleme bei der Verständigung.
An der Station die meine Wegbeschreibung vorgab stieg ich aus und war erstmal sehr orientierungslos. Ich hatte vergessen dass im Lonely Planet eine Karte dieses Bereichs war und auf meiner Faltkarte war er nicht drauf. Ich irrte also ca. eine Stunde herum und wollte keine T-Shirt-Shorts-Sandalen Touris mit der Kamera um den Hals nach dem Weg fragen. Kurz nachdem ich mein Hostel endlich gefunden hatte, stand ich in T-Shirt, Shorts und der Kamera um den Hals vor dem Haus und wusste erstmal nicht so recht, was ich eigentlich machen will. Mein Hostel war an der Causeway Bay im Osten von Hong Kong Island und ich lief erstmal in Richtung Westen, wo Admiralty und Central liegen, dem Bankenviertel in dem die Wolkenkratzer dicht an dicht stehen.








Irgendwann stand ich am Star Ferry Pier und beschloss, die mit zwei Hong Kong Dollar wohl günstigste Kreuzfahrt der Welt anzutreten und über den Victoria Harbour nach Kowloon im Norden überzusetzen. Auch wenn die Fahrt nur kurz ist, hat meine eine tolle Aussicht auf Central und Kowloon.

Hier befindet sich der wohl größte Tourimagnet in Hong Kong: die Aussichtsplattform in Tsim Sha Tsui von der man die beste Sicht auf Central hat. Und tatsächlich kann man die Sicht ewig lange genießen oder einfach nur dem Schiffsverkehr auf dem Victoria Harbour zusehen. Hier fielen mir einige Speedboote auf, die unterwegs waren. Das Heranzoomen mit der Kamera ergab, dass anscheinend den ganzen Tag über Spezialeinheiten der Polizei kreuz und quer über den Hafen rasten.



An diesem Punkt, an dem alle Nationlitäten zusammenkommen, ist es besonders einfach Mainland und Hong Kong Chinesen auseinander zu halten: HK Chinesen bewegen sich mit einer vollkommen anderen Selbstverständlichkeit, außerdem fallen die Mainlander durch den einen oder anderen modischen Fehlgriff auf.

Von der Aussichplattform ging ich weiter an der Uferpromenade entlang, die in den Hong Kong Walk-of-Fame mündet. Ähnlich wie zum Gegenstück in den USA haben sich hier die Größen der Hong Kong Filmindustrie mit Handabdrücken verewigt. Von hier wiesen Schilder zur Hung Hom Station, von der Züge nach Guangzhou fahren. 




Ich erledigte also schonmal den Kauf der Fahrkarte und ging zurück nach Tsim Sha Tsui um dort zu Essen und Fotos vom Sonnenuntergang und schließlich von Central in der Nacht zu machen.









Jeden Abend findet dort auch eine Light- und Lasershow statt, die laut Guinessbuch die größte ihrer Art in der Welt ist. Mit der entsprechenden Erwartung stand ich also da und wurde mehr oder weniger enttäuscht. Das ganze war zwar nett anzusehen, aber die Schuhe ausgezogen hat es mir nicht.

Nach der Show fuhr ich dann zurück zum Hostel. Da ich seit fünf auf den Beinen war und den größten Teil des Tages zu Fuß unterwegs, brauchte ich dringend ein bischen Schlaf. Vom nächsten Tag gibt’s dann im nächsten Update mehr!


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