Nach erfolgreich überstandenen Feiertagen ist es mal wieder Zeit, dass ich mich melde. Sofern noch nicht geschehen, wünsche ich hiermit nochmal allen nachträglich Frohe Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr!
Zuerst will ich von Weihnachten erzählen. Vielleicht kommt jetzt die Frage auf, wie feiern denn Chinesen ein Fest dass sie eigentlich nichts angeht. Die Antwort ist ziemlich simpel: gar nicht. Alles was hier weihnachtlich ist, sind Dekorationen in den Läden um mehr zu verkaufen, ansonsten passiert nichts. Morgan und ich hatten schon Glück, dass wir an Weihnachten nicht in unsere Vorlesung mussten. Die vier Stunden im unbeheizten Klassenraum (und ja, hier ist es kalt!) hätten bestimmt wenig Spaß gemacht. Wir konnten den Professor aber davon überzeugen, dass Weihnachten für uns so wichtig ist dass wir unmöglich die Vorlesung besuchen können.
Wir hatten uns dazu entschlossen, uns ein deutsches Weihnachtsessen zu machen, nämlich einen Gänsebraten. Also ging es vormittags auch schon mit den Vorbereitungen los. Christina stellte ihre Küche zur Verfügung, da sie die einzige mit einem Backofen ist. Die erste Hürde war, dass an der Gans noch der Hals samt Kopf dran war. Pierre meisterte die Hürde mit Hilfe eines kleinen Hackebeils mühelos. Die nächste Hürde war schwerer zu nehmen: das Nicht-Vorhandensein eines Bräters. Schließlich bastelten wir uns einen Bräter aus einem Backblech mit hohem Rand und einer Edelstahlschüssel, wobei die Gans noch auf das Maß der Schüssel zurechtgestutzt werden musste.
Schließlich schmorte die Gans aber friedlich im Ofen vor sich hin und wir machten uns an die Beilagen. Am Ende hatten wir eine gute Auswahl: Bratkartoffeln, Klöße, Rotkraut, Sauerkraut und zwei Soßen. Falls die Gans nicht reichen sollte, hatten wir auch noch Würstchen auf den Plan gebracht. Als dann beim Essen im Internetradio der Weihnachtsmusik Kanal lief, kam tatsächlich so etwas wie Weihnachtsstimmung auf und es wurde ziemlich gemütlich.
Nach dem Essen gab es noch selbst gemachten Glühwein und Weihnachtsfilme im Fernsehen, auf clubben hatte niemand von uns Lust. Alles in allem hat es viel Spaß gemacht, auch wenn die Weihnachtsstimmung am nächsten Tag schnell verflogen ist wie sie gekommen war. Und das obwohl in der Metro auf der Heimfahrt Weihnachtslieder gespielt wurden.
Nach Weihnachten galt es dann allerdings zu arbeiten, da ich am 31. Dezember zwei Berichte abgeben musste und am 27. Dezember eine Prüfung hatte. Die Prüfung (Introduction to China, über das Fach habe ich ja schon erzählt) war zum Glück lächerlich einfach und ich musste nicht viel lernen. Die beiden Berichte waren aber ein gutes Stück Arbeit, Freitag Nachmittag war aber alles fertig. Am Samstag war dann noch eine letzte Vorlesung angesetzt, in der wir den einen Bericht abgeben mussten. Hauptsächlich deswegen hatten wir unsere Zugfahrkarten nach Shanghai, wo wir Silvester feiern wollten, auch erst für abends gekauft. Ziemlich aufgeregt habe ich mich dann, als es nach einer Viertelstunde Warterei auf den Professor hieß, dass die Vorlesung ausfällt. Ich hätte also schon viel früher fahren und etwas mehr von Shanghai sehen können. Aber so fuhren wir dann doch erst abends von meiner Lieblingsstation Nanjing Nan Jian (Nanjing Süd) ab, nachdem wir wieder einmal fast den Zug fast verpasst hatten und durch den halben Bahnhof gejoggt waren (noch einmal zur Erinnerung, Nanjing Nan ist der flächenmäßg zweitgrößte Bahnhof der Welt). Aber selbst einen Zug zu verpassen ist in China kein Problem, da man sich kostenlos auf den nächsten Zug umbuchen lassen kann. Generell ist Zugfahren sehr billig, die Fahrt nach Shanghai kostet Oneway gerade einmal 17 Euro.
Jason, der Kanadier, hatte schon einen Zug früher genommen als ich und Christina, vier Australier hatten es geschafft Jasons und meinen Zug zu verpassen und kamen dann schließlich eine Stunde nach Christina und mir in Shanghai an. Mittlerweile waren wir zu dritt schon zu unserem Hostel gefahren. Die Metrofahrt vom Bahnhof in die Innenstadt dauerte ca. genauso lange wie die Fahrt von Nanjing nach Shanghai. Beim Einchecken tat sich dann ein Problem auf: Christina hatte ihen Pass vergessen, ohne Pass geht aber gar nichts da Kopien des Passes an die örtliche Polizei weitergeleitet werden. Außerdem können die Videobänder vom Hotel mit den tatsächlich eingecheckten Personen verglichen werden. Der Rezepzionist fand aber schnell eine Lösung: Zum Einchecken wurde Christina vor die Tür geschickt um uns dann kurz darauf im Zimmer zu treffen. Schließlich kann niemand kontrollieren ob wir Freunde mit aufs Zimmer bringen.
Außerdem hatten wir uns dazu überreden lassen, nicht im Schlafsaal zu pennen sondern uns für nur 25 Kuai mehr pro Person eine Suite andrehen lassen. Die war dann auch jeden Kuai wert, da sie gemütliche Betten und ein eigenes Badezimmer hatte. Das Hostel liegt sehr nahe am Bund und hat im obersten Stock eine Bar, von der man einen wunderbaren Blick auf Pudong hat (der Blick vom Bund auf Pudong ist wahrscheinlich das berühmteste Fotomotiv in Shanghai).
Schnell war zusammen mit den inzwischen eingetroffenen Australiern entschieden, dass wir bis zwölf im Hostel bleiben und das Feuerwerk von der Bar aus angucken. Kurz vor zwölf standen wir also auf der dicht bevölkerten Terrasse und zählten den Countdown am Fernsehturm mit herunter. Als dieser Null anzeigte passierte aber: Nichts. Keine einzige Rakete stieg über Pudong auf. Ein bisschen enttäuscht machten wir uns auf, um in einen Club zumindest Neujahr feiern zu können. Dabei stießen wir aber auf das Problem, dass wir nicht die einzigen waren, die an der Nanjing Lu ein Taxi suchten. Nach einer halben Stunde Warten begann Jason mit einem Hunder-Yuan Schein herumzuwedeln, um auch eventuelle Blacktaxis anzuziehen. Nach einer weiteren halben Stunde hatten wir dann schließlich jemanden gefunden, der uns mitgenommen hat. Auf dem Heimweg habe ich aber dann nicht 100, sondern nur 20 Kuai im normalen Taxi bezahlt.
Schnell war zusammen mit den inzwischen eingetroffenen Australiern entschieden, dass wir bis zwölf im Hostel bleiben und das Feuerwerk von der Bar aus angucken. Kurz vor zwölf standen wir also auf der dicht bevölkerten Terrasse und zählten den Countdown am Fernsehturm mit herunter. Als dieser Null anzeigte passierte aber: Nichts. Keine einzige Rakete stieg über Pudong auf. Ein bisschen enttäuscht machten wir uns auf, um in einen Club zumindest Neujahr feiern zu können. Dabei stießen wir aber auf das Problem, dass wir nicht die einzigen waren, die an der Nanjing Lu ein Taxi suchten. Nach einer halben Stunde Warten begann Jason mit einem Hunder-Yuan Schein herumzuwedeln, um auch eventuelle Blacktaxis anzuziehen. Nach einer weiteren halben Stunde hatten wir dann schließlich jemanden gefunden, der uns mitgenommen hat. Auf dem Heimweg habe ich aber dann nicht 100, sondern nur 20 Kuai im normalen Taxi bezahlt.
Am nächsten Tag wollten wir abends nach Nanjing zurückfahren und uns in der verbleibenden Zeit noch ein bisschen Shanghai angucken. Da einige (inklusive mir) das erste Mal in Shanghai waren, wollten wir das Standardprogramm abspulen und zuerst auf den Bund gehen um uns dann in Pudong herumzutreiben, eventuell auf den Fernsehturm heraufzufahren und ein Aquarium anzugucken.
Aufgrund allgemeiner, starker Müdigkeitserscheinungen wurde das Programm aber auf den Bund und einen kurzen Spaziergang in Pudong verkürzt, danach gingen wir etwas essen und wollten dann unsere schon gekauften Fahrkarten auf einen früheren Zug umbuchen lassen (das geht nämlich auch kostenlos). Blöderweise gab es aber keinen früheren Zug mehr und so saßen wir also halb (manche auch ganz) schlafend am Bahnhof herum bis unser Zug abfuhr.
Nachdem jetzt also unsere freie Zeit begonnen hat, werden wir uns bald wieder aufmachen. Zuerst geht es nach Yunnan, eine der südlichen und angeblich auch eine der schönsten Provinzen, danach wahrscheinlich nach Sichuan. Ich werde eine Weile unterwegs sein und wünsche allen, die ich davor nicht mehr spreche schonmal eine schöne Zeit!
Aufgrund allgemeiner, starker Müdigkeitserscheinungen wurde das Programm aber auf den Bund und einen kurzen Spaziergang in Pudong verkürzt, danach gingen wir etwas essen und wollten dann unsere schon gekauften Fahrkarten auf einen früheren Zug umbuchen lassen (das geht nämlich auch kostenlos). Blöderweise gab es aber keinen früheren Zug mehr und so saßen wir also halb (manche auch ganz) schlafend am Bahnhof herum bis unser Zug abfuhr.
Nachdem jetzt also unsere freie Zeit begonnen hat, werden wir uns bald wieder aufmachen. Zuerst geht es nach Yunnan, eine der südlichen und angeblich auch eine der schönsten Provinzen, danach wahrscheinlich nach Sichuan. Ich werde eine Weile unterwegs sein und wünsche allen, die ich davor nicht mehr spreche schonmal eine schöne Zeit!
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